Drei Beispiele
Drei Beispiele von typischen Social Entrepreneurs
Mary Gordon aus Kananda bringt durch Patenschaften zwischen aggressiven, gewaltbereiten Schülern und Familien mit Babies ein Klima von Toleranz und Miteinander in soziale Brennpunkte, weil der Umgang mit Säuglingen die Problemkinder Empathie und 'Weichheit' lehrt. Schulen in den USA, Japan und Neuseeland replizieren ihre Methode. Sinta Barr aus Senegal ermutigt Frauen in Schwarzafrika, aus ihrer geringgeschätzten Rolle auszubrechen und Anwältin, Unternehmerin oder Politikerin zu werden. Rodrigo Baggio aus Brasilien hat fast 900 selbständige Computerschulen in den Slums der Metropolen Asiens und Lateinamerikas etabliert, damit die digitale Revolution nicht an den Armen vorbeigeht.
Was ist ihnen gemein? Gordon, Baggio und Barr sind unternehmerische Talente, die sich zu 100 Prozent und hauptberuflich der Lösung eines gesellschaftlichen Problems widmen. Sie sind selbständig. Sie tüfteln so lange an ihrem Modell herum, adjustieren Stellschrauben, fügen Teile hinzu, bis das Unterfangen klappt. Sie denken systemisch - es geht ihnen nicht darum, an nur einem Ort etwas zu ändern oder ein Strohfeuer zu löschen. Sie wollen die gesamte Gesellschaft zum Umdenken bewegen. Deswegen replizieren sie ihre Projekte - Ländergrenzen sind dabei kein Hindernis. Sie denken und handeln wie Unternehmer - aber sie sind im sozialen Bereich tätig und streben nicht an, Profit für sich oder ihre Anteilseigner zu machen. Sie wollen die Gesellschaft voranbringen. Sie sind Social Entrepreneurs.
Seit 1980 hat Ashoka rund 2000 Social Entrepreneurs in mehr als 60 Ländern als 'Fellows' ausgewählt und gefördert. Manche von ihnen entwickeln ihre Projekte im Laufe der Zeit zu profitablen Unternehmungen, re-investieren ihre Gewinne aber sofort wieder, um das gesellschaftliche Ziel weiter zu verfolgen. Manche bleiben ein Leben lang von Spenden und Zuwendungen abhängig, weil sie in Feldern arbeiten, in denen ihr Werk auf dem freien Markt kein finanzielles Einkommen generiert - z.B. beim Kampf gegen Kinderprostitution oder Ausländerfeindlichkeit.
Ihnen allen ist gemein, dass sie nicht davon ablassen, unermüdlich an der Lösung gesellschaftlicher Probleme zu arbeiten.
Hier geht es zu den deutschen Social Entrepreneurs und hier zur Datenbank mit vielen internationalen Fallbeispielen der rund 2000 Ashoka Fellows.
Für Fellow-Portäts, Fallstudien und themen- und geographiespezifische Schwerpunkte siehe auch Ashokas Online-Journal Changemakers.





