Willkommen in der Heimat der Changemaker: Die neuen Ashoka Fellows

 

Die neuen Ashoka Fellows (v.l.n.r.): Clemens Mulokozi, Inge Missmahl, Christian Grothoff, Jörg Richert, Margret Rasfeld und Christoph Schmitz.

 

Margret Rasfeld | Initiative Schule im Aufbruch

… setzt sich für einen radikalen Paradigmenwechsel der Lern- und Schulkultur in Deutschland ein. 

Eine Schule, in der Lernen Freude macht, die jungen Menschen viel zutraut, die auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereitet und zu deren Lösung motiviert, in der in Projekten und im Leben gelernt wird, kurz: eine Schule, in der Potenzialentfaltung groß geschrieben wird – das ist die Lern- und Schulkultur, für welche die Initiative Schule im Aufbruch steht. Das Ziel einer Schule im Aufbruch ist es, Kinder und Jugendliche darin zu stärken, ihren Handlungsmut, ihr Querdenken und ihren Innovationsgeist als Zukunftsgestalter in unsere Gesellschaft einzubringen.  Es gibt in Deutschland viele einzelne solcher Schulen; die Initiative bündelt diese zu einer breiten gesellschaftlichen Bewegung. Die Initiative inspiriert, vernetzt und befähigt Bildungspraktiker mit Online-Kursen, Lernmaterialien, Veranstaltungen und einer aktiven Gemeinschaft von Schulen. Margret Rasfeld trifft mit ihrer Botschaft einen Nerv: Allein 2014/2015 erreichte die Initiative 25.000 Menschen im deutschsprachigen Raum und strahlt zunehmend in andere europäische Länder aus.

Mehr erfahren: www.schule-im-aufbruch.de

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Jörg Richert | KARUNA e.V.

… schafft neue Lebensperspektiven mit Kindern und Jugendlichen, die auf der Straße und die am Rand der Gesellschaft leben.

Während die Jugendhilfe in den Landeshaushalten  immer größere Etats einfordern, steigt die Anzahl unter den geschätzt 21.000 auf der Straße lebenden Kindern und Jugendlichen, die „entkoppelt vom System“ von staatlichen Maßnahmen nicht erreicht werden (Quelle: DJI). Die Einrichtungen und Programme von KARUNA bieten niedrigschwellige  Anlaufstellen und Angebote, die zwei Prinzipien folgen: Erstens gilt es, zeitlich unbegrenzte, begleitende Beziehungen zu ermöglichen, die diese Kinder als Ersatz für ihre zerstörten Familienverhältnisse emotional brauchen. Zweitens werden Lösungen immer gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt anstatt sie (gut gemeint) erziehen zu wollen. Ein Effekt: Die Abbruchquoten bei KARUNA fällt deutlich geringer aus als in vielen anderen Hilfeverläufen. Der geschaffene Raum für Selbstbeteiligung wird genutzt – nicht zuletzt in der neu gegründeten Organisation „MOMO Voice of Disconnected Youth“. Von hier aus organisieren die Jugendlichen aktuell die 3. Bundeskonferenz der Straßen- und Flüchtlingskinder. KARUNA selbst wandelt sich zur Solidarischen Sozialgenossenschaft mit Familiensinn, die Jugendliche, professionelle Helfer und zivilgesellschaftliche Akteure dauerhaft auf Augenhöhe und als Miteigentümer zusammen bringt. 

Mehr erfahren: www.karunaberlin.de  

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Christoph Schmitz | Ackerdemia e.V.

… befähigt Kinder, die Natur zu verstehen und ein Bewusstsein für Lebensmittel zu entwickeln.

Immer mehr Kinder haben immer weniger Kontakt und Bezug zur Natur. Eine Folge: Nur wenige wissen, woher ihre Lebensmittel stammen und wie sie entstehen. Gleichzeitig nehmen Übergewicht und Diabetes bei Kindern kontinuierlich zu und in Deutschland werden über 30% der Lebensmittel weggeworfen. Christoph Schmitz, der selbst auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufwuchs, möchte mit Ackerdemia das gesellschaftliche Bewusstsein für die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln sowie für gesunde und wertschätzende Ernährung stärken. Er hat erkannt, dass ein Schlüssel hierzu einfach umzusetzende, praxisorientierte Konzepte sind, die gemeinsam mit der Zielgruppe entwickelt werden. Ein Beispiel: Beim Bildungsprogramm GemüseAckerdemie lernen Schüler den Gemüseanbau sowie die Vermarktung der Ernte im Verlauf eines ganzen Jahres hautnah auf dem eigenen Schulacker kennen. Das Konzept lässt sich individuell in das Lehrangebot von Schulen integrieren, die Einbindung von Mentoren und die eigenverantwortliche Vermarktung an Paten unterstützen den Erfolg und die Reichweite. Nach einer ausführlichen Pilotphase wird das Programm 2016 an über 50 Standorten in acht Bundesländern sowie in Österreich angeboten.

Mehr erfahren: www.ackerdemia.de

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Inge Missmahl | Ipso Cultural Context / Ipso e-care

… stärkt Menschen durch psychosoziale Beratung in ihrer Selbstwirksamkeit als Individuen und als Teil von Gemeinschaft.

Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert, dass innerhalb der kommenden fünf Jahre psychosozialer Stress weltweit die zweithäufigste Ursache für Erkrankungen sein wird. Inge Missmahl unterstützt mit ihrem Ansatz psychosozialer Beratung Menschen in – oft durch kulturelle Umbrüche verursachten – Stresssituationen, individuelle Lösungswege und Perspektiven zu entwickeln. Ziel ist es, dass sich die Menschen (wieder) als aktiv gestaltende Akteure ihres eigenen Lebens, ihres Umfelds sowie der Gesellschaft erleben. Seit dem Start ihrer Arbeit 2004 hat Inge Missmahl mit ihrem Team in Afghanistan bereits eine breitflächige Implementierung im Gesundheitssystem erreicht und Ende 2014 mit ipso e-care die Beratungen auch online möglich gemacht. Gut 110.000 Fälle haben die ausgebildeten Counselors von ipso allein in den vergangenen zwei Jahren begleitet. Aktuell arbeitet sie auch in Deutschland, um Geflüchtete auszubilden sich untereinander zu unterstützen – und das Wissen auch wieder in ihre Heimatländer zurück zu bringen. Immerwährende Evaluation und Revision helfen ihr, den Ansatz stets zu verbessern und ihn als ergänzendes Modell zwischen Sozialarbeit und medizinischer Versorgung in Gesundheitssystemen der Welt zu etablieren.

Mehr erfahren: www.ipsocontext.org / https://www.ipso-ecare.com

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Clemens Mulokozi | Jambo Bukoba e.V.

…  nutzt die Kraft von Sport, um sich in Tansania für bessere Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung von Kindern und Jugendlichen einzusetzen.

Als Sohn eines tansanischen Vaters verbrachte Clemens Mulokozi Teile seiner Kindheit in Tansania und erlebte hautnah die Unterschiede: Weniger als 40 Prozent der Kinder schaffen hier die Grundschule, 29 Prozent der über 15-Jährigen können nicht lesen und schreiben. 60 Prozent der mit HIV Neuinfizierten sind zwischen 15 und 24 Jahren alt; Mädchen sind besonders betroffen. Das alles reduziert die Chancen einer ganzen Generation. Mit Jambo Bukoba hat er einen Weg gefunden, die gezielte Förderung von Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung in einem neuartigen Miteinander der Akteure zu ermöglichen: Im Rahmen eines mit der Sporthochschule Köln entwickelten sportpädagogischen Programms, in dem mittlerweile 1.200 tansanische Lehrer geschult sind, werden spielerisch auch Tabuthemen vermittelt und die Kinder angespornt, miteinander etwas zu erreichen. Bei regionalen Wettkämpfen können Schulbauprojekte gewonnen werden, die von Lehrern, Eltern und der regionalen Verwaltung unterstützt werden. So trägt jeder zum Gelingen des Ganzen bei. Clemens Mulokozi, der sein Engagement ehrenamtlich begann, ging Ende 2014 den Schritt, in Vollzeit Social Entrepreneur zu werden und sich ganz dem Aufbau von Jambo Bukoba zu widmen.

Mehr erfahren: www.jambobukoba.com

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Christian Grothoff

... setzt sich für ein sicheres, ethisches und befähigendes Internet ein, das Bürgern dient.

Seine Überzeugung, dass das Internet als Infrastruktur unserer Gesellschaft eine bessere, datenschutzfreundliche Grundlage benötigt, brachte Christian Grothoff dazu, 2001 das GNUnet Projekt zu gründen. GNUnet lässt sich als Baukasten mit einer Vielzahl technischer Lösungen zur Gestaltung sicherer Netzwerkanwendungen beschreiben. Einerseits werden Module bereit gestellt, die sichere Lösungen z.B. für Datentransfer, Kommunikation oder Datenspeicherung ermöglichen, und andererseits konkrete Anwendungen, die direkt für die Nutzer konzipiert sind. Datenschutz und Dezentralisierung sind die Kernanforderung an alle entwickelten Komponenten. 2015 kam mit dem Bezahlsystem „GNU Taler" ein neues Anwendungsgebiet hinzu - aufgrund seiner Signifikanz wird es als eigenständiges Projekt behandelt. Stück für Stück gelingt es so, durch Forschung und Entwicklung eine Kommunikationsinfrastruktur zu schaffen, in der sich Gestalter sozialer Bewegungen frei und ohne Gefahr der Repression oder Überwachung durch Regierungen und/oder Unternehmen organisieren können.

Mehr erfahren: https://gnunet.org

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