Fellows aus Deutschland
Auf dieser Seite finden Sie alle Ashoka Fellows von 2005 - 2007 in umgekehrter Reihenfolge:
Ashoka Fellows 2007
Wir begrüssen dieses Jahr sechs neue Social Entrepreneurs aus Deutschland in Ashokas internationales Stipendiaten- und Fördernetzwerk.
Social Entrepreneur Volker Baisch
Volker Baisch löst das Problem, dass Väter oft davor zurückschrecken, mehr Zeit in Familie und Kinderbetreuung zu investieren, weil sie Nachteile im Beruf fürchten – was nicht selten dazu führt, dass zuhause Spannungen auftreten und Kinderbetreuung an den Frauen hängen bleibt. Volker Baisch arbeitet erfolgreich mit Unternehmen daran, die herrschende Kultur zu ändern, dass Männer, die auf ihre Kinder aufpassen, nicht ernst genommen werden und ihre Aufstiegschancen vertun. Überzeugt davon, dass Elternschaft u.a. beruflich relevante Fähigkeiten wie Multitasking, Empathie, Verhandlungsführung oder Geduld stählt, bringt er Personalabteilungen und Vorstände dazu, umzudenken: Sie beginnen, Elternzeit als Qualifikation zu verstehen und aktiv Anreize zu setzen, damit Väter Auszeit nehmen können. Um Männern den Zugang zu ihren Kindern zu erleichtern, bringt er Groß und Klein in seinen Väterzentren zusammen; vernetzt Väter über seine Internet-Plattform und propagiert ein Rollenmodell, das aktive Vaterschaft und Karriere nicht als Gegensatz begreift, sondern als ideale Ergänzung. Sein Ziel ist es, dass Paare sich frei entscheiden können, wie sie ihre Zeit zwischen Familie und Beruf aufteilen. In Hamburg begonnen, arbeitet Volker Baisch gerade an der Ausweitung seines Konzepts auf Deutschland. Mit dem Thema Väter und Kinder hatte sich der Pädagoge und Coach schon jahrelang beruflich auseinandergesetzt. Als er nach der Geburt seiner ersten Tochter 2001 in Vaterschaft gehen wollte und merkte, dass dieser Wunsch sowohl ihn als auch seine Umwelt stark forderte, gab dies den Anstoß für Väter e.V.
Zur Webseite: www.vaeter.de
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Social Entrepreneur Bernd Gebert
Bernd Gebert verbreitet unter Jugendlichen Begeisterung für Eigeninitiative und Mut zur Tatkraft. Unter dem Motto "Das macht Schule" baut er eine Jugendbewegung auf, die Hilfe zur Selbsthilfe gibt und Kinder anregt, ihre Schule und ihr Umfeld zu verändern und zu verschönern. Durch niedrigschwellige, aber kurzweilige und selbst organisierte Gemeinschaftsaktivitäten wie die Renovierung von Klassenzimmern machen Kinder und Jugendliche zunächst die prägende Erfahrung, dass Eigenverantwortung und Selbermachen mitreißen und der Schlüssel zum Erfolg sind. Bernd Gebert kanalisiert die dadurch entstehende Begeisterung mithilfe einer interaktiven Website, die Kindern Anreize und Hilfe für den Aufbau neuer Projekte gibt und die die einzelnen Teams untereinander vernetzt. Er baut strategische Partnerschaften mit Unternehmen und sozialen Organisationen, die die Jugendlichen unterstützen. So schafft er in der Gesellschaft eine positive Stimmung, dass Veränderung nicht nur möglich ist, sondern einfach ist und Spaß macht. In Hamburg zuhause, hat Bernd Gebert inzwischen seine Kommunikationsagentur verkauft, seinen Job als Marketingstratege an den Nagel gehängt und arbeitet nun Vollzeit an der nationalen Ausbreitung seines Programms.
Zur Webseite: www.das-macht-schule.net
Zum Videoportrait von Bernd Gebert
Social Entrepreneur Jürgen Griesbeck
Jürgen Griesbeck hat das global agierende Netzwerk "streetfootballworld" geschaffen: Er verbindet weltweit Organisationen, die Fußball mit Bildungsinhalten – Gesundheit, Umweltschutz, Gewaltprävention oder Integration – koppeln und damit das Leben benachteiligter Menschen positiv verändern. Die Regeln dieser Art des Fußballs sind anders und werden von jungen Menschen selbst gesetzt: Damit Tore gezählt werden, machen z.B. jugendliche Spieler in Kenia Müllrecycling populär, in Südafrika klären sie Mitschüler über HIV Aids auf, in Kolumbien haben sie beschlossen, dass Mädchen die Hälfte der Mannschaft stellen. Dadurch, dass Jürgen Griesbeck die Vielfalt dieser Ansätze in ihrer Gesamtheit zeigt, eröffnet er neue Entwicklungsmöglichkeiten und erzeugt ein Klima sozialen Wandels. Gleichzeitig systematisiert er den Austausch der Organisationen untereinander, verhilft ihnen zu neuer Bekanntheit, lenkt soziale Investitionen in den Sektor und setzt "Fußball für sozialen Wandel" auf die Agenda globaler Entscheidungsträger. Jürgen Griesbeck interessiert sich für die soziale Dimension von Fußball, seit ein kolumbianischer Fußballspieler und Freund von ihm wegen eines Eigentores von Fans erschossen wurde. Damals Gastdozent in Medellín, eine der gewalttätigsten Städte der Welt, entwickelte Jürgen Griesbeck die Idee eines Straßenfußballprojekts, das binnen eines Jahres 500 Teams aus gewaltbereiten Jugendlichen friedlich kicken ließ. Zurück in Deutschland, startete er 2000 in Brandenburg das Projekt "Straßenfußball für Toleranz" gegen Rechts und begann ein Jahr später, seine Erkenntnisse auf eine globale Ebene zu bringen und streetfootballworld ins Leben zu rufen.
Zur Webseite: www.streetfootballworld.org
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Social Entrepreneur Dr. Johannes Hengstenberg
Johannes Hengstenberg macht Bürger zu Energie- und CO2-Sparern im Alltag. Er zeigt, dass Klimaschutz nicht nur Sache von Wissenschaft, Regierung und Unternehmen ist, sondern jeder einzelne einfach dazu beitragen kann und dabei sogar noch Geld spart. Er zeigt Verbrauchern mit seinen co2online-Ratgebern und Heizspiegeln, wie groß ihr Sparpotenzial bei Strom- und Heizkosten ist. Er berät sie über das Web individuell und unentgeltlich und rechnet vor, wie energieeffiziente Elektrogeräte oder die Modernisierung des Hauses sich auch finanziell lohnen. Über das pragmatische Argument des Geldsparens holt er auch alle Bürger ab, die nicht primär ökologisch motiviert sind. So wird die Debatte über Klimaschutz handfest und konkret. Mehr als 2,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden die über 1,8 Millionen Nutzer seit Beginn der Kampagne „Klima sucht Schutz“ Mitte 2004 - und täglich werden es mehr. Johannes Hengstenberg hat seine Online-Ratgeber und CO2 Rechner hunderten von Partnern in Deutschland überlassen, die das Know-how unter eigenem Namen und für die Nutzer unentgeltlich verbreiten können. Gleichzeitig hilft er mit seiner gemeinnützigen Firma co2online Energieunternehmen, Herstellern von Heizungs- und Dämmsystemen sowie Installateurbetrieben, ihre klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen schneller im Markt durchzusetzen. Von seinem Büro in Berlin aus hat er inzwischen mit der Verbreitung in Europa begonnen. Bevor er sich mit co2online selbständig machte, hat der promovierte Politologe nach der Wende eine Umweltorganisation in Ostdeutschland gegründet, er war Mitgründer des Global Challenges Network und Forschungsstipendiat am Starnberger Max-Planck-Institut bei Jürgen Habermas und Carl-Friedrich von Weizsäcker.
Zur Webseite: www.co2online.de
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Social Entrepreneur Judy Korn
Judy Korn arbeitet mit einer der herausforderndsten Zielgruppen: Sie bewegt rechtsextrem orientierte jugendliche Gewaltstraftäter dazu aufzuhören, rassistisch motivierte Gewaltverbrechen zu begehen. Sie setzt dort an, wo diese Jugendlichen oft am Ende ihrer "Karriere" als Straftäter landen: im Gefängnis.
Ihr Programm "Verantwortung übernehmen - Abschied von Hass und Gewalt" kombiniert Anti-Gewalt-Training mit interaktiver politischer Bildungsarbeit und zeigt den Tätern die Sinnlosigkeit ihrer Ideologie und die Konsequenzen ihres bisherigen Handelns. Durch ein umfassendes Trainings- und Betreuungsprogramm hilft sie den Personen auch nach ihrer Entlassung, sich von der extremen Szene fernzuhalten, positive Beziehungen aufzubauen und sich in die Gesellschaft einzugliedern. Judy Korn arbeitet seit Beginn des Jahres daran, ihr Programm auf andere ideologisch, religiös und kulturell motivierte Straftäter auszuweiten. In Brandenburg an den Start gegangen, ist sie inzwischen in sechs Bundesländern tätig und kooperiert mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Irland, den Niederlanden, England und den USA. Gegen Rechtsextremismus geht Judy Korn vor, seit sie 14 ist und ihre Freunde von Neonazis zusammengeschlagen wurden. Schon damals schaffte sie es, die Gewalt der Gruppierung einzudämmen und ein friedliches Zusammenleben der Jugendliche in ihrem Kiez zu ermöglichen. Vor dem Start ihres jetzigen Programms hat sie ein Mediatorenprogramm an Berlins Schulen aufgebaut, das gewalttätigen Schülern erfolgreich die Rolle des Streitschlichters zuweist.
Zur Webseite: www.violence-prevention-network.de
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Social Entrepreneur Norbert Kunz
Zur Webseite: www.iq-consult.com
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Ashoka Fellows 2006
Social Entrepreneur Franz Dullinger
Franz Dullinger bringt Leben und Unternehmergeist in strukturschwache Regionen. In 17 Kommunen in Ostbayern hat sich eine Welle unternehmerischer Aktivitäten entwickelt, junge Leute bleiben am Ort, private Investitionen werden angezogen und neue Arbeitsplätze geschaffen. Wie macht er das? Er initiiert Netzwerke von unternehmerischen Bürgern und Kommunalpolitikern und befähigt sie, die Entwicklung ihrer Region selbst in die Hand zu nehmen, statt auf die an den Bedürfnissen der Dörfer vorbeigehenden, von fernen Verwaltungen erdachten Regionalentwicklungsprogramme zu setzen. Gleichzeitig revolutioniert Franz Dullinger den Vergabeprozess von EU-Geldern: Zum ersten Mal in der Geschichte hat er es geschafft, dass die Bürger direkt – ohne kontraproduktive, kostspielige Interventionen von Landkreis-, Landes- und Bundesebene – einen Antrag an die EU stellen, der auf die wirklichen Bedürfnisse der Region zugeschnitten ist. Fehlallokation und Verschwendung von Steuergeldern werden so verhindert. Die Mittel werden nur in kleinen Mengen als Initialzündung eingesetzt, über die Vergabe wird streng unternehmerisch entschieden. Die EU lobt sein Modell „Xper-Regio“ als Vorbild. Franz Dullinger bereitet derzeit die Verbreitung seines Konzepts in Sachsen vor.
Zur Webseite: www.xper-regio.de
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Social Entrepreneur Ramazan Salman
Ramazan Salman integriert Migranten in das öffentliche Leben in Deutschland. Er bildet erfolgreiche, gut integrierte Migranten zu Mediatoren aus, die besser als jeder Deutsche hier lebende Ausländer und Einwanderer in Moscheen und Gemeinden erreichen. Das Thema Gesundheit ist dabei der Anfangspunkt für das Gespräch. Jeder Migrant hat zu dem Thema eine besondere Beziehung, da Migration körperlich und seelisch belastend ist. Dennoch suchen Betroffene nur selten einen Arzt auf. Das Thema Gesundheit als Einstieg nutzend bringt Ramazan Salman Ausländer, Deutsche und kommunale Institutionen zusammen. Über Mediatoren werden Migranten befähigt, Präventionsangebote (z.B. Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen) zu nutzen. Über von Deutschen und Mediatoren geknüpfte Netzwerke werden sie ermutigt, kulturelle Barrieren zu überwinden und am Leben ihrer Stadt teilzunehmen. Ramazan Salman schult Ärzte und Gesundheitsbehörden, damit sie kulturspezifische Aspekte von Krankheiten verstehen und Patienten besser versorgen. Das ethnomedizinische Zentrum mit Sitz in Hannover ist mit rund 1000 Mediatoren in 21 Städten tätig. Ramazan Salman will sein Modell vom Thema Gesundheit auf Bildung und Finanzdienstleistung (Vermögensbildung für Migranten) ausweiten.
Zur Website: www.ethno-medizinisches-zentrum.de
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Social Entrepreneur Dr. Heike Schettler
Warum ist der Himmel blau? Wie trinken Pflanzen? Wieso kann eine Rakete zum Mond fliegen? Das Gros der Menschen hat Berührungsängste vor Naturwissenschaften. Die Zahl der Absolventen naturwissenschaftlicher Fächer ist gering, in der Schule beginnt der Unterricht erst spät. Heike Schettler hat ein naturwissenschaftliches Programm für 4- bis 10jährige entwickelt, das es Kindern erlaubt, spielerisch Chemie, Physik und Biologie zu lernen. Sie werden ermutigt und befähigt, selbstbewusst ihre Umwelt in Frage zu stellen und nach Antworten zu suchen: Der Wissensdrang der Kleinen bestimmt die Richtung des Unterrichts. Gleichzeitig trainiert die von Heike Schettler und Sonja Stuchtey gegründete Organisation „Science Lab“ Eltern, Lehrer und Erzieher, die Scheu vor Naturwissenschaften zu verlieren und den Wissensdrang der Kinder zu unterstützen. Nachdem ein außerschulisches Programm gezeigt hat, dass das Modell funktioniert, ist Heike Schettler nun dabei, ihr Kurrikulum auch in Kindergärten und Grundschulen zu bringen. So will sie vor allem bildungsferne Schichten erreichen, ehe das dreigliedrige Schulsystem und damit die soziale Differenzierung einsetzt. 10.000 Kinder hat Science Lab bislang erreicht; Ziel ist es, innerhalb der nächsten Jahre in ganz Deutschland flächendeckend präsent zu sein.
Zur Webseite: http://www.science-lab.de
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Social Entrepreneur Dagmar Schreiber
Dagmar Schreiber macht Gymnasien, Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Grundschulen zu demokratischen, von allen Teilhabern gestalteten Orten. Durch ein computerbasiertes Feedback- und Coaching-System haben Schulleitung, Lehrer, Schüler und Eltern die Möglichkeit, offen, ehrlich und ohne Angst vor Gesichtsverlust darüber zu sprechen, was sie wirklich denken über die Qualität des Unterrichts und das Schulklima und wo sie Hilfe brauchen. Die eigentliche Veränderung beginnt mit den Ergebnissen des Feedbacks. Mit Lehrern, Schülern und Eltern erarbeitet Dagmar Schreiber nachhaltige Veränderungsprozesse, bei denen Verantwortung und Eigeninitiative im Mittelpunkt stehen. Durch Leistungsanreize und Kooperationen werden Arbeitsbedingungen für Lehrer verbessert, neue Unterrichtsformen lassen die Kinder ihre Schule mitgestalten und geben ihnen Raum. Die neue, transparente Kommunikationskultur an Schulen lässt gefährliche Tendenzen (Gewalt, Drogen, radikale Strömungen usw.) frühzeitig erkennen. In einer kleinen Gemeinde in Brandenburg begonnen, ist Dagmar Schreibers Modell bereits in zehn Schulen etabliert. Sie arbeitet daran, es bundesweit zu verwirklichen.
Zur Webseite: www.democaris.de
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Social Entrepreneur Rupert Voss
Rupert Voss‘ Themen sind Gewalt und Zivilcourage. Er hat ein neues Wiedereingliederungsprogramm für gewalttätige jugendliche Wiederholungstäter entwickelt, das statt der üblichen Erfolgsraten von 10 bis 20 Prozent innerhalb eines Jahres bis zu 80 Prozent der jungen Männer wieder in feste Arbeitsverhältnisse bringt. Kontakt- und Kommunikations-Training über Boxsport und Praktika sind die Hauptbestandteile des „Work and Box“ Projekts. Im Gegensatz zur gängigen Praxis wohnen die Jugendlichen weiter in ihrer häuslichen Umgebung und werden geschult, sich mit den täglich auftretenden Konflikten gelassen und ohne Gewaltanwendung zu stellen. Zudem ermöglicht Rupert Voss Begegnungen, in denen Menschen lernen, mit Gewalt umzugehen und Zivilcourage zu zeigen: Er bringt ehemalige Kriminelle mit Mentoren aus der Wirtschaft zusammen, führt Boxseminare an Hauptschulen durch und organisiert Workshops, die junge Menschen befähigen, ihr gewalttätiges Potenzial zu kontrollieren, alternative Kommunikationsstrategien zu entwickeln und einzugreifen, wenn sie Zeuge einer Gewalttat werden. Bei „Work and Box“ finden auch Leadership-Trainings für Führungskräfte statt. Rupert Voss arbeitet derzeit an der Ausdehnung seines Konzepts, das er im Raum München begonnen hat.
Zur Webseite: www.hand-in.de
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Social Entrepreneur Murat Vural
Murat Vural geht systematisch dagegen vor, dass Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem überdurchschnittlich schlecht abschneiden und dadurch weniger gesellschaftliche und berufliche Perspektiven haben. Seine Organisation IBFS zeigt Kindern mit der Hilfe von Migranten, die erfolgreich integriert sind, dass es möglich ist, in Deutschland etwas zu werden; sie befähigt Kinder, sich Ziele zu setzen (Abitur, Ausbildung), setzt Anreize und gibt schulische Hilfestellung für den Erfolg. Damit schafft Murat Vural in Schulen und in Migranten-Gemeinden einen Perspektivwandel hin zu Leistungsorientierung und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. IBFS führt Migranten an das Leben in Deutschland heran, vermittelt zwischen ausländischen Eltern und Lehrern und sorgt für Verständigung über kulturelle und sozioökonomische Grenzen hinweg. IBFS hat seine Arbeit in Castrop-Rauxel aufgenommen und dehnt seine Initiative im Moment auf das gesamte Ruhrgebiet aus. Murat Vural arbeitet daran, sein Modell auch deutschen Kindern aus bildungsfernen Schichten anzubieten.
Zur Webseite: www.ibfs-ev.de
Zum Videoportrait von Murat Vural
Ashoka Fellows 2005
Social Entrepreneur Dr. Andreas Heinecke

Andreas Heinecke‘s Hintergrund ist relevant für das Verständnis seiner Arbeit: Er stammt aus einer Familie, deren jüdische Mitglieder im 2. Weltkrieg ermordet wurden, während andere Verwandte Mitläufer der Nazis waren. Das Unbegreifliche fassen zu suchend fing Heinecke schon in jungen Jahren an, sich mit Ursachen von Ausgrenzung, Diskriminierung und Vernichtung zu beschäftigen. Nach dem Studium arbeitete er bei der Blindenanstalt, die er in ein modernes Dienstleistungszentrum für blinde Menschen umwandelte. Nachdem er jahrelang federführend die Entwicklung neuer elektronischer Hilfsmittel für Behinderte vorangetrieben hatte, merkte er, dass die entscheidende Barriere für Chancengleichheit in den Köpfen der Menschen liegt: Vorurteile und Ängste verhindern Begegnung und Austausch mit Menschen, die "anders" sind. Heineckes Antwort darauf: Die Ausstellung "Dialog im Dunkeln" – eine Plattform, auf der Sehende in Dunkelheit eintauchen und von Blinden lernen, neu zu sehen. "Dialog im Dunkeln" stellt ein einzigartiges System der Integrationsarbeit dar, das Überwindung von Vorurteilen möglich macht, Mitleid vermeidet, Potenziale erschließt (die Behinderten stehen mit ihren Fähigkeiten im Vordergrund) und somit benachteiligte Gruppen wieder einen Platz in der Gesellschaft gibt. Mehr als 4 Millionen Besucher in 17 Ländern haben den "Dialog" besucht, 4000 blinde Menschen sind dort beschäftigt gewesen.
Zur Webseite: www.dialog-im-dunkeln.de
Zum ZDF Videobeitrag über Dr. Andreas Heinecke








