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Fellows aus Deutschland

Auf dieser Seite finden Sie alle Ashoka Fellows von 2005 - 2009 in umgekehrter Reihenfolge:

Ashoka Fellows 2009

 

Social Entrepreneur Christian Hiß

In Deutschland hat die Landwirtschaft zu einem großen Teil ihren regionalen Bezug verloren. Fehlende Hofnachfolgekonzepte, aufgegebene lokale  Wirtschaftsstrukturen und keine Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen sind nur einige Beispiele der zahlreichen Probleme lokaler, nachhaltiger Kleinbetriebe. Mit der Regionalwert AG hat Christian Hiss ein Finanzierungsmodell geschaffen, welches es Bürgern und anderen Kleininvestoren ermöglicht, in ihre lokale und sozialökologisch nachhaltige Nahrungsmittelproduktion zu investieren. Als Aktionäre einer Art Holdinggesellschaft für nachhaltige Landwirtschaftsbetriebe können sie selbst über die Balance der finanziellen, ökologischen und sozialen Rendite ihrer Investition entscheiden. Dadurch wird nicht nur dringend benötigtes Kapital mobilisiert, gleichzeitig wird auch die Bevölkerung wieder in die lokale landwirtschaftliche Wertschöpfung miteinbezogen. Das innovative Reporting, welches die Regionalwert AG jährlich in ihrem Jahresbericht ablegt, setzt neue Standards im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft und zeigt einen Weg zu mehr Transparenz auch für andere Aktiengesellschaften auf. Neben ihrem regionalen Wachstum dient die Regionalwert AG bereits als replizierbares Modell für andere Wirtschaftsbereiche und berät Bürgerinitiativen im In- und Ausland.

Zu der Webseite: http://www.regionalwert-ag.de

Zum Videoportrait von Christian Hiss>>>


Social Entrepreneur Joachim Körkel

Sechs Prozent der deutschen Bevölkerung konsumieren illegale Drogen. 175.000 sind abhängig von Heroin und anderen „harten Drogen“ – mit gesellschaftlichen Folgekosten von etwa 6,7 Milliarden Euro jährlich. Die meisten Behandlungsangebote haben Suchtmittelfreiheit nicht nur zum Ziel, sondern setzen Abstinenz für die Zeit der Therapie voraus – und stellen damit eine für viele Abhängige unüberwindliche Hürde dar. Joachim Körkel hat mit seiner langjährigen klinischen Erfahrung und als Professor im Bereich der Rückfallforschung einen alternativen Weg gefunden. Sein Selbstmanagement-Trainingsprogramm KISS („Kontrolle im selbstbestimmten Substanzkonsum“) fördert die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten sowie seinen Folgen und mobilisiert eine starke Änderungsmotivation. Darauf aufbauend wird der Konsum in 12 Schritten selbstbestimmt reduziert oder beendet. Das KISS-Programm führt auf diese Weise Drogenabhängige, die nicht abstinenzbereit oder -fähig sind, über eine selbstverantwortliche Reduktion ihres Drogenkonsums an ein sozial integriertes Leben heran. KISS arbeitet innerhalb der Institutionen der Drogenhilfe und ergänzt sie um ein erwiesen erfolgreiches, zusätzliches Hilfsangebot für Abhängige jeglicher Drogen. KISS läuft derzeit in mehreren deutschen Städten und expandiert gerade nach Österreich und in die Schweiz.

Zur Webseite: www.kiss-heidelberg.de

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Social Entrepreneur Manuela Richter-Werling

Psychische Probleme sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Jeder dritte Mensch ist davon im Laufe seines Lebens betroffen, Kinder ebenso wie Erwachsene. Etwa 3 Millionen Kinder leben mit psychisch erkrankten Eltern. Dem gegenüber stehen Stigma, Diskriminierung und Ausgrenzung als nach wie vor größte Hindernisse, mit denen psychisch kranke Menschen zu kämpfen haben und die sie davon abhalten, sich Hilfe zu holen. Dabei ist erwiesen, dass eine frühe Behandlung von psychischen Krankheiten sowie die Stärkung durch das direkte Umfeld die Chancen einer Heilung drastisch erhöhen. Manuela Richter-Werling kämpft mit dem Schulprojekt “Verrückt? Na und!” in der Zielgruppe der Schulkinder für einen offenen und tabufreien Umgang mit genau diesem Thema. Der Verein nutzt die persönliche Begegnung von Jugendlichen mit Betroffenen als Schlüssel zur Veränderung der eigenen Wahrnehmung von psychischen Krisen und zu Ressourcen seelischer Fitness. In einem offenen Dialog tauschen sich Betroffene, Schüler und Lehrer über ihre Erfahrungen aus und reflektieren über ihr persönliches Krisenbewältigungssytem. Teilnehmende Lehrer erhalten hierdurch einen tieferen Einblick in den Gesundheitszustand ihrer Klasse und werden mit anschließenden Trainings befähigt, ihre Schlüsselrolle als Bezugsperson im Leben der Heranwachsenden besser auszufüllen. Über das bundesweite Filmfestival “Ausnahmezustand” gewinnt das Projekt systematisch neue Partner. Mehr als 30 regionale Gruppen sowie Teams in Tschechien und der Slowakei arbeiten bereits nach dem Konzept von “Verrückt? Na und!”. Manuela Richter-Werling engagiert sich derzeit weiter für die bundesweite und internationale Ausbreitung ihres Netzwerkes aus Regionalgruppen.

Zur Webseite: www.irrsinnig-menschlich.de

Zum Videoportrait von Manuela Richter-Werling>>>

 

Social Entrepreneur Sandra Schürmann

Die Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit führen für junge Menschen schnell zu einem sinkenden Selbstwertgefühl, zu sozialer Isolation und somit zu einem Teufelskreis, aus dem im Durchschnitt nur 30% der jugendlichen Teilnehmer durch klassische Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen befreit werden können. Sandra Schürmann hat mit JobAct® ein Konzept entwickelt, dass den Jugendlichen Zeit, Raum und Möglichkeiten bietet, zu erfahren, was es bedeutet, sich für eine Sache zu begeistern. In einem 10-monatigen Theater- und Bewerbungsprojekt erarbeiten sie von Themenfindung, über die Texterarbeitung, Bühnenbild, Licht und Ton, Kostüme und Maske bis hin zur Pressearbeit, Planung und Durchführung der Aufführungen alles selbst - stets in Begleitung eines Theater- und eines Sozialpädagogen, die in jeden einzelnen individuell Vertrauen setzen. Im Bewerbungsmanagement trainieren die Jugendlichen auf ein selbst organisiertes 5-monatiges Praktikum hin. Die Arbeit am Theaterstück und das Bewerbungsmanagement werden durch Biografiearbeit verbunden.Auf diese Weise schafft es JobAct® die inhärente Motivation und Kraft der Jugendlichen zu stärken, um sich als sinnvoll gestaltende Menschen für sich und die Gemeinschaft einzusetzen. Alle Teilnehmer absolvieren ein Praktikum, aus denen in 60 Prozent der Fälle eine Festanstellung resultiert. Mit der Gründung der Projektfabrik verwirklicht Sandra Schürmann eine Strategie zur Umsetzung und Verbreitung des Konzeptes. 1650 Menschen konnten innerhalb von 3 Jahren bundesweit an über 60 JobAct®-Projekten teilnehmen.

Zur Webseite: www.projektfabrik.org

Zum Videoportrait von Sandra Schürmann>>>

 

Social Entrepreneur Marion Steffens

Fast jede vierte Frau in Deutschland erlebt im Laufe ihres Lebens häusliche Beziehungsgewalt. Scham, Angst und Stigmatisierung führen jedoch dazu, dass nur ein Bruchteil der Betroffenen die bestehenden Unterstützungsangebote annimmt. Häusliche Gewalt als Ursache einer Reihe von Erkrankungen ist zwar wissenschaftlich erwiesen, jedoch sind sich die wenigsten Ärzte ihrer Schlüsselfunktion in der Diagnose und als Erstkontakt für Opfer bewusst. Marion Steffens unterstützt die relevanten Berufsgruppen im Gesundheitswesen dabei, Folgen häuslicher Gewalt zu erkennen und adäquat zu reagieren - auch wenn die Opfer nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Gewalterfahrung zu ihnen kommen. Ihr Netzwerk GESINE sensibilisiert durch bedarfsgerechte Weiterbildung und schafft gleichzeitig regionale Netzwerke von Organisationen zur Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt, an die Ärzte und andere Akteure im Gesundheitswesen betroffene Frauen überweisen können. Damit gelingt es ihr, nicht nur eine deutlich höhere Zahl von Opfern zu erreichen und Hilfe aus einer Hand anzubieten. Dank rigoroser Qualitätskontrolle beendet sie den häufig bestehenden Spießroutenlauf vieler Frauen und stellt sicher, dass Frauen bei allen Netzwerkmitgliedern sensibel und effizient Hilfe erhalten. Das GESINE Netzwerk befähigt über eine mehrstufige Train-the-Trainer-Ausbildung relevante Organisationen, ihre eigenen regionalen Netzwerke im Bereich der häuslichen Gewaltprävention aufzubauen. Gestartet im Ennepe-Ruhr-Kreis wird GESINE seit Kurzem als bundesweites Modellprojekt von der Bundesregierung gefördert und arbeitet derzeit mit weiteren Partnern an der Verbreitung in andere Regionen.

Zu der Webseite: www.gesine-net.info

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Social Entrepreneur Michael Stenger

Michael Stenger hebt eines der verborgensten und meist unterschätzen Potentiale unseres Landes: die Motivation junger Flüchtlinge, ein produktiver Teil unserer Gesellschaft zu werden. Mit der Gründung der SchlaU (Schulanaloger Unterricht)-Schule, einer Münchner Privatschule der besonderen Art,erreicht er die wohl chancenlosesten jungen Menschen in Deutschland: Junge Asylanten zwischen 16 und 18, die unter oft traumatischen Bedingungen nach Deutschland gekommen sind und hier weder Schulrecht genießen noch arbeiten dürfen. Häufig unter Druck, die zurückgebliebene Familie ernähren zu müssen, driften sie schnell in die Illegalität ab. SchlaU schafft eine Alternative:Ein breites externes Netzwerk aus Psychologen, Sozialpädagogen, Anwälten und Freiwilligen befähigt SchlaU-Schüler, junge Asylanten aus aller Welt, nicht nur in 2 Jahren deutsch zu lernen, sondern in der gleichen Zeit auch noch einen berufsqualifizierenden Schulabschluss zu erreichen. 100% der Absolventen bestanden im Jahr 2009 bei einer externen Prüfung an staatlichen bayrischen Hauptschulen ihren Abschluss – und das, obwohl Michael Stengers Schule pro Schüler deutlich billiger ist als der staatliche Counterpart. Damit hat Michael Stenger ein Beispiel für vorbildhafte interkulturelle Pädagogik geschaffen, das jetzt schon weite Kreise zieht. Zudem erbringt SchlaU jährlich den Beweis für das ungeheure Potential eines jeden Menschen, egal welcher Herkunft und Vorgeschichte. Michael Stenger arbeitet an der Ausbreitung seines Schulkonzepts nach Nürnberg, Berlin und darüber hinaus. Schon jetzt hat er durch seine Arbeit die Asyl- und Flüchtlingspolitik nicht nur in Bayern entscheidend mitbeeinflusst.

Zur Webseite: www.schlau-schule.de

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Social Entrepreneur Katja Urbatsch

In Deutschland nehmen Abiturienten mit nicht-akademischer Herkunft im Vergleich mit Abiturienten aus Akademikerfamilien nur halb so oft ein Hochschulstudium auf – bei identischer Qualifikation. Katja Urbatsch zielt mit ArbeiterKind.de auf die wichtigsten Hemmnisse dieser systematischen Bildungsungerechtigkeit, die oft in den Familien selbst liegen: Annahmen über finanzielle Hindernisse, mangelndes Selbstvertrauen und ein oft geringes Ansehen des Studiums selbst. ArbeiterKind.de gibt der Gruppe erstmals eine positive Identität, und liefert Informationen über Karriereoptionen, Finanzierungsmöglichkeiten, praktische Hilfe fürs wissenschaftliche Arbeiten und viele weitere, wichtige Einblicke und Argumentationshilfen für ein Studium. Darüber hinaus erleichtert ein bundesweites Netzwerk von studentischen Mentoren mit kostenloser Beratung, lokalen Stammtischen und Ortsgruppen die fehlende Orientierung vor und während des Studiums und ersetzt somit nicht existente soziale Kontakte im akademischen Umfeld. Zunächst entstanden als überraschend erfolgreiches Modellprojekt in Gießen, verbreitet Katja das Konzept inzwischen an über 70 Standorten bundesweit.

Zur Webseite: www.arbeiterkind.de

Zum Videoportrait von Katja Urbatsch>>>


Ashoka Fellows 2008

Social Entrepreneur Meinrad Armbruster

Prof. Dr. Meinrad Armbruster bekämpft eine der größten Ungerechtigkeiten in Deutschland: dass Kinder aus armen, bildungsfernen Schichten schlechtere Bildungs- und Berufschancen haben als Kinder aus gutem Elternhaus. Meinrad Armbrusters Hebel: Er setzt frühzeitig bei den Eltern aus sozial benachteiligten Verhältnissen an und befähigt sie, Kompetenzen als gute Eltern und Erzieher zu entwickeln. Denn nur so kann ihren Kindern die entscheidende Unterstützung in den sensiblen ersten Lebensjahren zuteil werden, bevor Kindergarten oder Schule Einfluss nehmen. Die Eltern-AG baut zwischen Schwangerschaft und erstem Schultag auf Selbsthilfekräfte und positive Alltagserfahrung; darüber hinaus vernetzt sie Familien mit Kindergärten, Ämtern und Kinderhilfsorganisationen und ermöglicht so den Ausbruch aus der gesellschaftlichen Isolation. In Sachsen-Anhalt gestartet und dort auf 80 Elternworkshops ausgeweitet, bereitet Meinrad Armbruster die überregionale Verbreitung der Eltern-AG durch ein Social Franchise System vor. Entwickelt hat er das Konzept im Rahmen seiner Professur an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Zur Webseite: www.eltern-ag.de

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Social Entrepreneur Till Behnke

Till Behnke baut einen neuartigen online-Philanthropie-Marktplatz auf, der die Beziehung zwischen Geber und Nehmer revolutioniert: Seine Internetplattform betterplace.org ermöglicht es kleinen sozialen Organisationen, ihre Projekte bekannt zu machen, indem sie unabhängig von ihrer Größe durch Qualität überzeugen können. Auf der anderen Seite hilft es Kleinspendern, ihr Geld strategisch zu vergeben. Was daran neu ist? Die Webseite kombiniert Rating-Systeme mit sozialen Netzwerken und sorgt so für radikale Transparenz. Soziale Organisationen können ihr Profil einstellen, werden aber von Usern bewertet. Der Clou dabei: Jeder Nutzer kann sehen, in welchem Verhältnis ein Bewerter zur Organisation steht, ob es sich beispielsweise um wissenschaftliche Experten, Empfänger oder Geldgeber handelt. Er kann auch sehen, ob der Bewerter Kontakt zum eigenen Netzwerk hat. Auf Basis dieser Information kann er entscheiden, ob er dem Urteil des Bewerters traut und die Organisation per Spende unterstützt oder nicht. So macht betterplace kundiges, transparentes Spenden auch im kleinen Rahmen möglich. Gleichzeitig erhalten Organisationen die Chance und die Verantwortung, aktiv um Unterstützung zu werben. Ende 2007 gegründet, baut Till Behnke betterplace Schritt für Schritt aus, gewinnt internationale Bekanntheit und bietet inzwischen auch Unternehmen professionelle Mitarbeiterbeteiligungsmöglichkeiten an.

Zur Webseite: www.betterplace.org

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Social Entrepreneur Gabriela Ender

Gabriela Ender macht jede Organisation und Interessengruppe zum eigenständigen Change-Maker. Ihre Internet-basierte Konferenz- und Beteiligungsmethode OpenSpace-Online® löst das Problem, dass Unternehmen oder soziale Organisationen bei dringenden Herausforderungen nicht über Entfernungen hinweg auf das Know-how und Engagement ihrer Mitarbeiter und Stakeholder zurückgreifen können. Durch Konzentration der Entscheidungen auf die Führungsebene verebbt schnell der Gestaltungswille der übrigen Interessengruppen und Probleme werden nur punktuell gelöst. Im Gegensatz dazu hilft OpenSpace-Online zeitnah und klimaschonend die Menschen zusammen zu bringen, die ein gemeinsames Interesse an der Lösung eines Problems haben: Mit Hilfe eines virtuellen Begleiters können bis zu 125 Personen gemeinsam in Echtzeit konstruktiv und zügig Lösungen erarbeiten und mit den dokumentierten Ergebnissen sofort in die Umsetzung gehen. Dadurch wird kollektives Wissen und Engagement sichtbar und Veränderungsprozesse wertschätzender, demokratischer und nachhaltiger. Gabriela Ender ermöglicht so sozialen Organisationen weltweit, die sonst nie das Budget und die Möglichkeit hätten, miteinander konstruktiv zu arbeiten und vereinfacht zudem die sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Bisher hat OpenSpace-Online weltweit bereits kollektive Lösungen zu Themen wie Klimaschutz, Stadtplanung oder Gesundheitsvorsorge hervorgebracht. Von Berlin aus geht Gabriela Ender nun in die weitere nationale und internationale Ausweitung.

Zur Webseite: www.OpenSpace-Online.com

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Social Entrepreneur Michael Gleich

Michael Gleich propagiert einen konstruktiven Journalismus, der Lösungen gesellschaftlicher Probleme in den Mittelpunkt stellt und sozialen Wandel unterstützt. Mit seiner Initiative Peace Counts trainiert und vernetzt er Journalisten in Konfliktregionen von Kolumbien bis Sri Lanka, damit sie sich nicht als Sprachrohr von Regierungen missbrauchen lassen, sondern unabhängig recherchieren. Sie werden ermutigt, auch über diejenigen Menschen zu berichten, die gegen Hass und Gewalt erfolgreich vorgehen. Die Geschichten dieser Friedensmacher vertreibt Michael Gleich mit der Agentur Zeitenspiegel an nationale und internationale Medien. In Kooperation mit dem Institut für Friedenspädagogik bringt er sie als Unterrichtsmaterial an Schulen in Deutschland und in Konfliktregionen. Kinder und Jugendliche lernen am Beispiel lebender, charismatischer Vorbilder, wie sich jeder Einzelne für Frieden einsetzen kann – spannender als in jedem Videospiel. Mit Culture Counts hat Michael Gleich eine weitere Initiative gegründet, die kulturelle Vielfalt als Chance und wesentliche Voraussetzung für sozialen Frieden begreift. Sie dokumentiert, wie Menschen verschiedener Herkünfte und Hautfarben konstruktiv zusammen leben und arbeiten können: ein medialer Beitrag zur Integration.

Zur Webseite: www.culture-counts.org

Zur Webseite: www.peace-counts.org

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Social Entrepreneur Gregor Hackmack

Gregor Hackmack stärkt demokratisches Staatsbürgersein: Seine Online-Plattformen abgeordnetenwatch.de und kandidatenwatch.de zeigen, dass hinter Parteien Menschen stecken, die Politik machen, und dass es Bürger sind, die diesen Leuten ein Mandat erteilen. Über Onlinemedien wie z.B. Spiegel Online, Die Welt und Die Süddeutsche Zeitung werden Bürger durch Eingabe ihrer Postleitzahl direkt zu ihrem Abgeordneten weitergeleitet. Dort treten sie nicht nur direkt mit Abgeordneten oder Kandidaten aus ihrem Wahlkreis in Dialog. abgeordnetenwatch.de macht auch das Verhalten gewählter Volksvertreter transparent, indem es deren Abstimmungsverhalten und alle Fragen und Antworten von und an Abgeordnete öffentlich dokumentiert. Das ermöglicht es jedem Bürger, per Mausklick zu sehen, inwiefern die Rhetorik eines Politikers langfristig seinen Taten entspricht. Über die Zeit hinweg entwickelt sich so ein kollektives Gedächtnis politischen Verhaltens. Gleichzeitig erhalten Abgeordnete -die sonst nur das Sprachrohr des Wahlkampfes haben- die Möglichkeit, über die online Plattformen direkten Kontakt zu einer breiteren Basis zu halten und neue Ideen zu testen. Durch einen rigorosen Ethik-Codex und externe Moderatoren schaffen es Gregor Hackmack, Mitgründer Boris Hekele und ihr Team, die Neutralität der Plattform zu wahren und Missbrauch zu verhindern. Er ist dabei, das Modell auf die Landtage aller Bundesländer und auch international zu verbreiten.

Zur Webseite: www.abgeordnetenwatch.de

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Social Entrepreneur Ursula Sladek

Ursula Sladek hat bereits in den neunziger Jahren – vor der gesetzlichen Liberalisierung – durch ihre Bürgerinitiative das Preismonopol auf dem Energiemarkt gebrochen. Sie hat gezeigt und vorgelebt, dass Bürger die Produktion und den Vertrieb von Elektrizität selbst in die Hand nehmen können. Die Elektrizitätswerke Schönau, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Michael ins Leben rief, waren und sind der Vorreiter für grüne Energie in Deutschland. Sie beliefern mehr als 75.000 Kunden direkt mit kernkraftfreiem Strom und spornen andere Anbieter dazu an, ebenfalls Produkte aus regenerativen Quellen zu offerieren. Anstatt möglichst viel Strom zu verkaufen, hilft Ursula Sladek ihren Kunden, möglichst viel Energie zu sparen. Darüber hinaus verfolgt sie eine große Zukunftsvision: die dezentrale, umweltfreundliche Produktion und Einspeisung von Energie. Sie ermöglicht es Privathaushalten ebenso wie kleinen Betrieben und Kommunen, durch Solaranlagen oder Mikro-Blockheizkraftwerke, die im Keller installiert werden können, Selbstversorger zu werden und ihre Überproduktion zurück ins Netz zu speisen. Die Energieeffizienz der kleinen Kraftwerke liegt bei 90%. Zum Vergleich: große Kohlekraftwerke haben eine Energieeffizienz von 30 bis 40%, der Rest geht als Wärme verloren. Ihr Ziel ist, dass bis 2050 fast 100% aller Energie in Deutschland aus grünen, energieeffizienten Quellen stammt.

Zur Webseite: www.ews-schoenau.de

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Social Entrepreneur Rose Volz-Schmidt

Rose Volz-Schmidt weiß aus eigener Erfahrung, dass das gesellschaftliche Bild der glücklich-zufriedenen jungen Mutter selten der Realität entspricht: Frauen aus allen sozialen Schichten fühlen sich in den ersten Wochen nach der Geburt oft hilflos und allein und haben in anonymen Großstädten keine Unterstützung von Familie oder Nachbarn. Rose Volz-Schmidt Organisation wellcome schließt diese Lücke: wellcome koordiniert ein Netzwerk von Freiwilligen – meist erfahrene Mütter und Großmütter – die sich in den ersten Monaten nach der Geburt um die praktischen und emotionalen Bedürfnisse von jungen Familien kümmern. Gleichzeitig knüpft es Netzwerke zu Ärzten und Hebammen, die Frauen an wellcome verweisen und aktiv mithelfen, dass gesellschaftliche Bild der selbstlos-glücklichen Supermutter der Realität anzupassen, Frauen entsprechenden Druck zu nehmen und postpartaler Depression und familiären Konflikten vorzubeugen. Umgekehrt verweisen wellcome-Mitstreiter Mütter und Kinder, die in schwierigen Situationen leben, an Ärzte und Beratungsstellen. Rose Volz-Schmidt vertreibt wellcome über ein Social Franchise System an Partnerorganisationen in immer mehr Städten in Deutschland.

Zur Webseite: www.wellcome-online.de

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Ashoka Fellows 2007

Social Entrepreneur Volker Baisch

Volker Baisch weiß, dass viele junge Väter sich unter Druck fühlen: Sie hätten gerne mehr Zeit für ihre Kinder, schrecken aus berechtigter Angst vor Nachteilen im Beruf aber davor zurück. Volker Baisch setzt in Unternehmen genau hier an. Er ändert eine Berufskultur, die besagt, dass Männer in Eltern- oder Teilzeit nicht ernst genommen werden und ihre Aufstiegschancen vertun. Überzeugt davon, dass Elternschaft u.a. beruflich relevante Fähigkeiten wie Multitasking, Empathie, Verhandlungsführung oder Geduld stählt, bringt er Personalabteilungen und Vorstände dazu, umzudenken: Sie beginnen, Elternzeit als Qualifikation zu verstehen und aktiv Anreize zu setzen, damit Väter Auszeit nehmen können. Um Männern den Zugang zu ihren Kindern zu erleichtern, bringt er Groß und Klein in seinen Väterzentren zusammen; vernetzt Väter über seine Internet-Plattform und greift ihre Fragen in seinem "Väter-Buch" auf. Damit propagiert er ein Rollenmodell, dass aktive Vaterschaft und Karriere nicht als Gegensatz begreift, sondern als ideale Ergänzung. Volker Baischs Ziel ist es, dass Paare sich frei entscheiden können, wie sie Familie und Beruf aufteilen. Von Hamburg weitet er seit 2007 sein Projekt in Deutschland aus. Als Regierungsberater beeinflusst er zudem die Familiengesetzgebung, zuletzt mit einem Leitfaden für väterfreundliche Unternehmenspolitik. Mit dem Thema Vaterschaft hat der Pädagoge und Coach Erfahrung: Als sein Wunsch nach der Geburt seiner ersten Tochter in Elternzeit zu gehen sowohl ihn als auch seine Umwelt stark forderte, gab dies den Anstoß für Vaeter e.V.

Zur Webseite: www.vaeter.de

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Social Entrepreneur Bernd Gebert

Bernd Gebert verbreitet unter Jugendlichen Begeisterung für Eigeninitiative und Mut zur Tatkraft. Unter dem Motto „Das macht Schule“ baut er eine Jugendbewegung auf, die Hilfe zur Selbsthilfe gibt und Kinder anregt, ihre Schule und ihr Umfeld zu verändern und zu verschönern. Durch niedrigschwellige, aber kurzweilige und selbst organisierte Gemeinschaftsaktivitäten wie die Renovierung von Klassenzimmern machen Kinder und Jugendliche zunächst die prägende Erfahrung, dass Eigenverantwortung und
Selbermachen mitreißen und der Schlüssel zum Erfolg sind. Bernd Gebert kanalisiert die dadurch entstehende Begeisterung mithilfe einer interaktiven Website, die Kindern und Jugendlichen ermöglicht, eigene Aktionen selbst zu starten und sich mit anderen zu vernetzen. Er baut strategische Partnerschaften mit Unternehmen und sozialen Organisationen, sodass z.B. Mitarbeiter aus Unternehmen an Schul-Aktionen mitwirken können. So schafft er in der Gesellschaft eine positive Stimmung, dass Veränderung nicht nur möglich ist, sondern einfach ist und Spaß macht. In Hamburg zuhause, hat Bernd Gebert inzwischen seine Kommunikationsagentur verkauft, seinen Job als Marketingstratege an den Nagel gehängt und arbeitet nun in Vollzeit an der bundesweiten Ausweitung seines Programms. Seit 2007 hat er über 230 Schulen und damit rund 17.000 Schüler erreicht. Gemeinsam mit Ashoka Fellow Johannes Hengstenberg integriert er derzeit das Thema Energieeffizienz in sein Programm, um Klimaschutz zum alltäglichen Verhalten in Schulen zu machen.

Zur Webseite: www.das-macht-schule.net

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Social Entrepreneur Jürgen Griesbeck

Jürgen Griesbeck hat das globale Netzwerk streetfootballworld geschaffen. Er verbindet die Akteure im Feld "Entwicklung durch Fußball": die Basis bilden Organisationen, die Sport mit Bildungsinhalten – Gesundheit, Umweltschutz, Gewaltprävention oder Integration – koppeln und damit das Leben benachteiligter Menschen positiv verändern. Mit seinen rund 80 lokalen Mitgliedsorganisationen entwickelt und implementiert Jürgen Griesbeck Lösungsansätze für die sozialen Herausforderungen, denen Regierungen, Organisationen und Unternehmen gegenüber stehen. Die Regeln des Straßenfußballs werden von den jungen Menschen selbst gesetzt: In Kenia z. B. müssen Spieler Müll recyceln, bevor Tore gelten; in Südafrika klären sie ihre Mitschüler über Aids auf, in Kolumbien steht Gleichberechtigung von Mädchen im Vordergrund. Jürgen Griesbeck interessiert sich für die soziale Dimension von Fußball, seit ein kolumbianischer Nationalspieler 1994 wegen eines Eigentores erschossen wurde. Dies inspirierte ihn zu mehreren erfolgreichen Projekten in Kolumbien ("Fußball für den Frieden") und Deutschland ("Straßenfußball für Toleranz"). 2002 brachte er seine Erfahrungen mit streetfootballworld auf eine globale Ebene. Seit 2007 widmet er sich besonders den Chancen der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Mit strategischen Partnern wie der FIFA und Ashoka Fellows baut er vor Ort "social hubs" auf, die als Inkubatoren für sozialen Wandel erstmals regional Social Entrepreneurs unter einem Dach versammeln.

Zur Webseite: www.streetfootballworld.org

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Social Entrepreneur Johannes Hengstenberg

Dr. Johannes Hengstenberg macht Bürgern zu Energie- und Co2-Sparern im Alltag. Er zeigt, dass Klimaschutz nicht nur Sache von Wissenschaft, Regierung und Unternehmen ist, sondern jeder einfach dazu beitragen kann – und dabei sogar Geld spart: Sein co2online-Ratgeber und seine Heizspiegel ermöglichen es, Kosten
für privaten Energieverbrauch zu senken. Seine Website berät automatisiert aber individuell, wie energieeffiziente Elektrogeräte oder die Modernisierung des Hauses sich auch finanziell lohnen. Über das pragmatische Argument des Geldsparens holt er auch jene Bürger ab, die nicht primär ökologisch motiviert sind. Mehr als 2,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden die über 1,8 Millionen Nutzer seit Beginn der „Klima sucht Schutz“ Kampagne Mitte 2004 – und täglich werden es mehr. Gleichzeitig hilft Johannes Hengstenberg mit seiner gemeinnützigen Firma co2online Energieunternehmen, Herstellern von Heizungs- und Dämmsystemen und Installateurbetrieben, klimafreundliche Angebote schneller im Markt durchzusetzen. Er hat sein Know-how Hunderten von Partnern in Deutschland unentgeltlich überlassen Mit Unterstützung des internationalen Ashoka Unterstützernetzwerks expandiert er inzwischen von Berlin aus nach Irland und Frankreich. Vor co2online hat der Politologe nach der Wende eine Umweltorganisation in Ostdeutschland gegründet, er war Mitgründer des Global Challenges Network und Forschungsstipendiat am Starnberger Max-Planck-Institut bei Jürgen Habermas und Carl-Friedrich von Weizsäcker.

Zur Webseite: www.co2online.de

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Social Entrepreneur Judy Korn

Judy Korn arbeitet mit einer der herausforderndsten Zielgruppen: Sie bewegt rechtsextrem orientierte jugendliche Gewaltstraftäter dazu aufzuhören, rassistisch motivierte Gewaltverbrechen zu begehen. Sie setzt am Ende der kriminellen Kariere an: im Gefängnis. Ihr Programm „Verantwortung übernehmen – Abschied von Hass und Gewalt“ kombiniert Anti-Gewalt-Training mit interaktiver politischer Bildungsarbeit und zeigt den Tätern die Sinnlosigkeit ihrer Ideologie und die Konsequenzen ihres bisherigen Handelns. Durch ein umfassendes Trainings- und Betreuungsprogramm hilft sie den Personen auch nach ihrer Entlassung, positive Beziehungen aufzubauen und sich in die Gesellschaft einzugliedern. In Brandenburg gestartet, arbeitet sie seit ihrer Auswahl als Ashoka Fellow intensiv an der bundesweiten Ausbreitung und ist bereits in 7 Bundesländern tätig. Gleichzeitig kooperiert sie mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Europa und Amerika. Ihren Ansatz der Verantwortungspädagogik hat sie seit 2007 erfolgreich auf die Gruppe kulturell-religiös motivierter Straftäter mit Migrationshintergrund übertragen. Gegen Rechtsextremismus geht Judy Korn vor, seit sie 14 ist und ihre Freunde von Neonazis zusammengeschlagen wurden. Schon damals schaffte sie es, Gewalt einzudämmen und ein friedliches Zusammenleben im Kiez zu ermöglichen. Vor ihrem jetzigen Programm hat sie ein Mediatorenprogramm aufgebaut, das gewalttätigen Schülern erfolgreich die Rolle des Streitschlichters zuweist.

Zur Webseite: www.violence-prevention-network.de

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Social Entrepreneur Norbert Kunz

Norbert Kunz ebnet benachteiligten jungen Erwachsenen und Menschen mit Behinderung erfolgreich den Weg in die Selbständigkeit, vor allem in Problemquartieren in  Berlin und in strukturschwachen Regionen im Osten, wo es wenig Beschäftigung gibt, die Besten weggezogen und die Zukunftsperspektiven düster sind. Überzeugt davon, dass lebenslange Angestelltenverhältnisse Vergangenheit sind, hat er mit seinem Programm enterprise ein umfassendes, regional verankertes Beratungs- und Finanzierungssystem aufgebaut: in Kooperation mit den enterprise-Beratern unterstützen, coachen und begleiten Unternehmer Betriebe, IHK, Handwerkskammern, soziale Organisationen und Arbeitsämter jungen Menschen vor, während und nach der Gründung. Wenn Banken nicht bereit sind, erfolgversprechende Vorhaben zu finanzieren, stellt enterprise die Finanzierung aus dem eigenen Mikrofinanzfonds zur Verfügung. Mehr als 1000 junge Erwachsene haben bislang ihr eigenes Geschäft aufgebaut. Norbert Kunz verbreitet seine Methoden über die EU in andere Länder und will vor allem nach Osteuropa expandieren. Er wohnt in Berlin, wo er seit seiner Studienzeit in der Weiterbildung tätig ist. Vor dem Aufbau von enterprise hat er in den neunziger Jahren an Reformen des Berufsbildungssystem mitgewirkt, so dass es auch für benachteiligte Jugendliche ohne formalen Schulabschluss zugängig wurde. Norbert Kunz ist zudem einer der Gründer des
Deutschen Mikrofinanz Instituts und des Verbands Deutscher Gründungsinitiativen.

Zur Webseite: www.iq-consult.com
www.enterprise-netz.de

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Ashoka Fellows 2006

Social Entrepreneur Franz Dullinger

Franz Dullinger bringt Leben und Unternehmergeist in strukturschwache Regionen. In 17 Kommunen in Ostbayern hat sich eine Welle unternehmerischer Aktivitäten entwickelt, junge Leute bleiben in der Region, private Investitionen werden angezogen und neue Arbeitsplätze geschaffen. Wie macht er das? Er initiiert Netzwerke bestehend aus unternehmerischen Bürgern und Kommunalpolitikern und befähigt sie, die Entwicklung ihrer Region selbst in die Hand zu nehmen, statt auf die an den Bedürfnissen der Dörfer
vorbeigehenden, von fernen Verwaltungen erdachten Regionalentwicklungsprogramme zu setzen. Gleichzeitig revolutioniert Franz Dullinger den Vergabeprozess von EU-Geldern: Zum ersten Mal in der Geschichte hat er es geschafft, dass die Bürger direkt –ohne kontraproduktive, kostspielige Interventionen von Landkreis-, Landes- und Bundesebene – einen Antrag an die EU stellen, der auf die wirklichen Bedürfnisse der Region zugeschnitten ist. Fehlallokation und Verschwendung von Steuergeldern werden
so verhindert. Die Mittel werden nur in kleinen Mengen als Initialzündung eingesetzt, über die Vergabe wird streng unternehmerisch entschieden. Die EU lobt „Xper-Regio“ als Modell für ein bürgernahes und unternehmerisches Europa. Franz Dullinger verbreitet seine Ansätze inzwischen auch in weitere europäische Regionen. XperRegio hat es zudem geschafft, einen eigenständigen Regionalfonds aufzubauen, finanziert von der EU, regionalen Banken und privaten Unternehmern. Damit steht ein dauerhaftes Entwicklungsinstrument, mit dem die Region eigenverantwortlich unternehmerische Menschen unterstützen kann – unabhängig vom Staat.

Zur Webseite: www.xper-regio.de

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Social Entrepreneur Ramazan Salman

Ramazan Salman integriert Migranten in das öffentliche Leben in Deutschland. Er bildet erfolgreiche, gut integrierte Migranten zu Mediatoren aus, denen es besser als jedem Deutschen gelingt, hier lebende Ausländer und Einwanderer in Moscheen und Gemeinden zu erreichen. Das Thema Gesundheit ist dabei der Anfangspunkt für das Gespräch. Jeder Migrant hat zu dem Thema eine besondere Beziehung, da Migration körperlich und seelisch belastend ist. Dennoch suchen Betroffene nur selten einen Arzt auf. Das Thema Gesundheit als Einstieg nutzend bringt Ramazan Salman Ausländer, Deutsche und kommunale Institutionen zusammen. Über Mediatoren werden Migranten befähigt, Präventionsangebote (z.B.
Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen) zu nutzen. Über von Deutschen und Mediatoren geknüpfte Netzwerke werden sie darüber hinaus auch ermutigt, kulturelle Barrieren zu überwinden und am
Leben ihrer Stadt teilzunehmen. Ramazan Salman schult Ärzte und Gesundheitsbehörden, damit sie kulturspezifische Aspekte von Krankheiten verstehen und Patienten besser versorgen. Das
ethnomedizinische Zentrum mit Sitz in Hannover ist mit rund 1000 Mediatoren in 37 Städten tätig. Mit seinen Mitarbeitern verbreitet Ramazan Salman seinen Ansatz l europaweit über die EU-AIDS-Initiative und führende Integrationsgremien. Gleichzeitig erweitert er sein Integrationsmodell um attraktive Themen wie Finanzdienstleistung, z.B. Vermögensbildung für Migranten.

Zur Website: www.ethno-medizinisches-zentrum.de

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Social Entrepreneur Dr. Heike Schettler

Warum ist der Himmel blau? Wie trinken Pflanzen? Wieso kann eine Rakete zum Mond fliegen? Viele Menschen haben Berührungsängste vor Naturwissenschaften. Die Zahl der Absolventen naturwissenschaftlicher Fächer ist gering, in der Schule beginnt der Unterricht erst spät. Heike Schettler hat ein naturwissenschaftliches Programm für 4- bis 10-Jährige entwickelt, das es Kindern erlaubt, spielerisch Chemie, Physik und Biologie zu lernen. Sie werden ermutigt und befähigt, selbstbewusst ihre Umwelt in Frage zu stellen und nach Antworten zu suchen: Der Wissensdrang der Kleinen bestimmt die Richtung des Unterrichts. Gleichzeitig trainiert die von Heike Schettler und Sonja Stuchtey gegründete Organisation
„Science Lab“ Eltern, Lehrer und Erzieher, die Scheu vor Naturwissenschaften zu verlieren und den Wissensdrang der Kinder zu unterstützen. Nachdem ein außerschulisches Programm gezeigt hatte, dass das Modell funktioniert, hat Heike Schettler ein Social Franchise System entwickelt, um das Konzept zu verbreiten. Über die Schulung von Erziehern von Kindergärten und Grundschullehrern spricht sie vor allem bildungsferne Schichten an, ehe das dreigliedrige Schulsystem und damit die soziale Differenzierung
einsetzt. Seit ihrer Auswahl als Ashoka Fellow 2006 hat Heike Schettler Science Lab in mehr als 3000 Kindergärten und Schulen gebracht. Sie hat bisher mehr als 500.000 Kinder in Deutschland erreicht, arbeitet weiter an einer flächendeckenden Ausbreitung und der internationalen Expansion. So gibt es Science Lab inzwischen in Österreich, Spanien und Kolumbien.

Zur Webseite: http://www.science-lab.de

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Social Entrepreneur Dagmar Schreiber

Dagmar Schreiber macht Gymnasien, Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Grundschulen zu demokratischen, von allen Teilhabern gestalteten Orten. Durch ein computerbasiertes Feedback-
und Coaching-System haben Schulleiter, Lehrer, Schüler und Eltern die Möglichkeit, offen, ehrlich und ohne Angst vor Gesichtsverlust darüber zu sprechen, was sie wirklich über die Qualität des Unterrichts und das Schulklima denken und wo sie Hilfe brauchen. Die eigentliche Veränderung beginnt mit den Ergebnissen
des Feedbacks. Mit Lehrern, Schülern und Eltern erarbeitet Dagmar Schreiber nachhaltige Veränderungsprozesse, bei denen Verantwortung und Eigeninitiative im Mittelpunkt stehen. Durch Leistungsanreize und Kooperationen werden Arbeitsbedingungen für Lehrer verbessert, neue Unterrichtsformen lassen die Kinder ihre Schule mitgestalten und geben ihnen Raum. Die neue,
transparente Kommunikationskultur an Schulen lässt gefährliche Tendenzen (Gewalt, Drogen, radikale Strömungen usw.) frühzeitig erkennen. In einer kleinen Gemeinde in Brandenburg begonnen,
ist Dagmar Schreibers  seit Ihrer Auswahl als Ashoka Fellow  bereits in zwölf Schulen etabliert. Sie
arbeitet an einer bundesweiten Ausdehnung mit Hilfe von Multiplikatoren.

Zur Webseite: www.democaris.de

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Social Entrepreneur Rupert Voss

Rupert Voss‘ Themen sind Gewalt und Zivilcourage. Er hat ein neues Wiedereingliederungsprogramm für gewalttätige jugendliche Wiederholungstäter entwickelt, das statt der üblichen Erfolgsraten von 10 bis 20 Prozent innerhalb eines Jahres bis zu 80 Prozent der jungen Männer wieder in feste Arbeitsverhältnisse bringt. Kontakt- und Kommunikations-Training über Boxsport und Praktika sind die Hauptbestandteile des „Work and Box“ Projekts. Im Gegensatz zur gängigen Praxis wohnen die Jugendlichen weiter in ihrer häuslichen Umgebung und werden geschult, sich den täglich auftretenden Konflikten gelassen und ohne Gewaltanwendung zu stellen. Zudem ermöglicht Rupert so Begegnungen, in denen Menschen lernen, mit Gewalt umzugehen und Zivilcourage zu zeigen. Davon profitieren auch Führungskräfte aus der Wirtschaft, die er in Begegnung mit den ehemaligen Jugendstraftätern bringt, sodass die Erwachsenen alternative Kommunikationsstrategien von ihnen lernen können. 2008 hat Rupert Voss mit der Gründung einer gemeinnützigen AG eine innovative Möglichkeit für Standorterweiterungen geschaffen. In seinem 2009 erscheinenden Buch "Herz-Schlag – Mein Engagement für Menschlichkeit" gibt er seine Erfahrungen gebündelt weiter. Darüber hinaus kommt im Herbst 2009 mit "Friedensschlag"-"Das Jahr der Entscheidung" ein großer Dokumentarfilm über Work and Box in die deutschen Kinos, gedreht von Boomtown Media ('Rhythm is it').

Zur Webseite: www.hand-in.de

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Social Entrepreneur Murat Vural

Murat Vural geht systematisch dagegen vor, dass Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem überdurchschnittlich schlecht abschneiden und dadurch weniger gesellschaftliche und berufliche
Perspektiven haben. Seine Organisation IBFS zeigt Kindern mit der Hilfe von Migranten, die erfolgreich integriert sind, dass es möglich ist, in Deutschland etwas zu werden; sie befähigt Kinder, sich Ziele zu setzen (Abitur, Ausbildung), setzt Anreize und gibt schulische Hilfestellung für den Erfolg. Damit schafft Murat Vural in Schulen und in Migranten-Gemeinden einen Perspektivwandel hin zu Leistungsorientierung und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. IBFS führt Migranten an das Leben in Deutschland heran,
vermittelt zwischen ausländischen Eltern und Lehrern und sorgt für Verständigung über kulturelle und sozioökonomische Grenzen hinweg. IBFS hat seine Arbeit in Castrop-Rauxel aufgenommen und dehnt seine Initiative im Moment auf  das Ruhrgebiet aus. Inhaltlich setzt der Verein inzwischen verstärkt auf die Ausbildung von Eltern und die Integrationskraft von Sport; er knüpft neue kommunale Netzwerke zwischen Senioren und Migranten und beginnt, sein Modell auch deutschen Kindern aus bildungsfernen Schichten anzubieten.

Zur Webseite: www.ibfs-ev.org

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Ashoka Fellows 2005

Social Entrepreneur Andreas Heinecke

Dr. Andreas Heinecke schafft mit seiner Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ einen neuen Ansatz der Integration. Die in kompletter Dunkelheit angelegte interaktive Ausstellung lässt Besucher ins Schwarze eintauchen, wo sie von Blinden geführt werden und dabei lernen, neu zu sehen. Anders als im sonstigen Leben stehen die
Behinderten mit ihren Fähigkeiten und Kompetenzen im Vordergrund. Die Begegnung schafft Respekt und Bewunderung, macht die Überwindung von Vorurteilen und Ängsten möglich und gibt benachteiligten Gruppen wieder einen Platz in der Gesellschaft. Die Ausstellung wird von Blinden und Schwerbehinderten mitgeleitet und verwaltet, sie werden dort für den ersten Arbeitsmarkt qualifiziert. Mehr als 6 Millionen Besucher in 25 Ländern haben „Dialog“ besucht, 6000 blinde Menschen sind dort beschäftigt gewesen. Am Hauptstandort Hamburg sind 40 Prozent erfolgreich in die Wirtschaft weitervermittelt worden. Andreas Heinecke ist als fortgeschrittener Social Entrepreneur und allererster Ashoka Fellow in Westeuropa in das Netzwerk der Organisation aufgenommen worden. Inzwischen hat er seine internationale Expansion beschleunigt, ist u.a. in Mexiko, Brasilien, Asien und dem Nahen Osten präsent, wo Behinderte nicht nur gesellschaftliche Sichtbarkeit, sondern auch  völlig neue Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten, und eröffnet ab 2008 eine Reihe permanenter Ausstellungen in den USA. Andreas Heinecke wurde 2007 von der Schwab Foundation als Global Fellow ausgezeichnet.

Zur Webseite: www.dialog-im-dunkeln.de