Hildegard Schooss

Erhöhte berufliche Flexibilität, erodierende Familien-, Verwandtschafts- und Bekanntschaftsstrukturen, schwindende traditionelle Verbände, Vereine und Kirchengemeinden schwächen die sozialen Unterstützungssysteme einer Gesellschaft und damit die solidarischen und integrativen Kräfte. Was früher Aufgabe der Dorfgemeinschaft war wird heute an professionelle Sozialdienstleister übertragen, oder geht zu Lasten der Betroffenen: meist Alleinerziehende, ältere Menschen, Kinder und Kranke.

Hildegard Schooß hat mit ihren Mütterzentren und Multigenerationenhäusern ein innovatives Raumkonzept entwickelt, welches Menschen jeglichen Alters, Herkunft und Professionalität die Möglichkeit gibt sich gemäß ihren persönlichen Begabungen in eine moderne Solidaritätsgemeinschaft einzubringen, die ähnlich funktioniert wie früher eine Dorfgemeinschaft. Die von den Nutzern selbst verwalteten Häuser basieren auf dem Austausch von sozialen und ökonomischen Dienstleistungen, wie z.B. Kinderbetreuung, häusliche Pflege- und Einkaufsdienste, aber auch Fortbildungs- und Freizeitangeboten. Mit ihrem vielseitigen Unterstützungsangeboten, welche die Vereinbarung von Familie und Beruf erleichtern, sind sie ein Zentrum für kleinunternehmerische Aktivitäten und lebhafte Marktplätze und Treffpunkte für die örtliche Gemeinschaft.

Das Konzept ist heute in über 15 Länder übertragen. Allein in Deutschland gibt es mehr als 500 solcher Einrichtungen, welche von vielen hunderttausenden Menschen täglich besucht werden. Sie schaffen moderne solidarische Netzwerke, welche die Selbsthilfekräfte unserer modernen Gesellschaft erheblich stärken.

Zur Webseite: www.muetterzentren-bv.de