5. Hybride Wertschöpfungsketten – Social Business Joint Ventures
Eine besonders machtvolle Vorgehensweise, sozialen Wert zu schaffen, liegt in der Gründung von Social Business Joint Ventures, denen "hybride Wertschöpfungsketten" unterliegen – aufeinander abgestimmte Prozesse, bei denen soziale Organisationen und Unternehmen abwechselnd die Führung übernehmen, ihre Expertise einbringen und gemeinsam sowohl wirtschaftlichen als auch sozialen Wert schaffen. Während Unternehmen z.B. ihre Produkte sowie die Finanzierung einbringen, haben soziale Organisationen die Vertriebsnetzwerke sowie das Wissen über den Kunden und adäquate Finanzierungsmodelle für den Kunden (z.B. Mikrokredite). Die Mächtigkeit dieser Allianzen vor allem im Bezug auf die Ärmsten der Armen, den "bottom of the pyramid market", illustriert z.B. das Joint Venture zwischen Danone und der Grameen Bank. Ein weiteres Beispiel:Ashokas "Housing for All" Programm.
Ashokas Housing for All Programm
Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leben in Slums. Sie benötigen besseren oder mehr Wohnraum. In Brasilien allein fehlen rund 8 Millionen Wohneinheiten - eine riesige Nachfrage, die sozialer oder öffentlicher Sektor allein nicht bedienen können. Unternehmen aber beachten den "Markt der Armen" kaum – oder sehen sich mit großen Schwierigkeiten konfrontiert: Wie soll die Nachfrage der Slumbewohner gebündelt und effizient bedient werden? Wie können die Armen Bauarbeiten finanzieren? Wie ihren Wohnsitz legalisieren? Wie erhalten sie Zugang zu Baumaterialien? Viele Antworten auf diese Fragen haben Social Entrepreneurs gefunden. Daher bringt "Housing for All" Expertise von Unternehmen und sozialen Organisationen zusammen in Social Business-Modellen, die auf hybriden Wertschöpfungsketten beruhen. Zwei Beispiele:
In Zusammenarbeit mit der Hilti Foundation hat Ashoka im Mai 2008 im Slum Osasco in Sao Paulo eine Social Business Allianz gestartet. "A Casa É Sua" bringt lokale Händler und Baufirmen, Architekten, Handwerker und Finanzinstitute mit sozialen Organisationen auf eine Plattform zusammen. In Kooperation miteinander ermöglichen sie es den Slumbewohnern, kostengünstig und zügig qualitativ hochwertigen Wohnraum für sich zu schaffen. Das Modell soll in Brasilien ausgedehnt werden, ein neuer Pilot startet im nächsten Jahr in Indien.
Ashoka hat seinen Fellow Heidy Duque aus Kolumbien dabei unterstützt, eine Social Business Allianz mit dem Unternehmen Colcerámica aufzubauen, dem größten Fliesenhersteller des Landes. Das Resultat: Hunderte kolumbianischer Frauen haben eine neue Arbeit, während arme Familien preisgünstig ihren Wohnraum verbessern und hygienischer machen können. Mehr zur Arbeit von Heidy Duque finden Sie hier.
Zum Weiterlesen: Betrachtungen und innovative Ansätze zur Lösung des globalen Housing Problems, zusammengetragen von Ashoka und dem Global Urban Development Magazine. Die Spezialausgabe finden Sie hier.






