Joachim Körkel

Sechs Prozent der deutschen Bevölkerung konsumieren illegale Drogen. 175.000 sind abhängig von Heroin und anderen „harten Drogen“ – mit gesellschaftlichen Folgekosten von etwa 6,7 Milliarden Euro jährlich. Die meisten Behandlungsangebote haben Suchtmittelfreiheit nicht nur zum Ziel, sondern setzen Abstinenz für die Zeit der Therapie voraus – und stellen damit eine für viele Abhängige unüberwindliche Hürde dar. Joachim Körkel hat mit seiner langjährigen klinischen Erfahrung und als Professor im Bereich der Rückfallforschung einen alternativen Weg gefunden. Sein Selbstmanagement-Trainingsprogramm KISS („Kontrolle im selbstbestimmten Substanzkonsum“) fördert die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten sowie seinen Folgen und mobilisiert eine starke Änderungsmotivation. Darauf aufbauend wird der Konsum in 12 Schritten selbstbestimmt reduziert oder beendet. Das KISS-Programm führt auf diese Weise Drogenabhängige, die nicht abstinenzbereit oder -fähig sind, über eine selbstverantwortliche Reduktion ihres Drogenkonsums an ein sozial integriertes Leben heran. KISS arbeitet innerhalb der Institutionen der Drogenhilfe und ergänzt sie um ein erwiesen erfolgreiches, zusätzliches Hilfsangebot für Abhängige jeglicher Drogen. KISS läuft derzeit in mehreren deutschen Städten und expandiert gerade nach Österreich und in die Schweiz.
Zur Webseite: http://www.kiss-heidelberg.de
Videoportrait von Joachim Körkel






