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Marion Steffens

Fast jede vierte Frau in Deutschland erlebt im Laufe ihres Lebens häusliche Beziehungsgewalt. Scham, Angst und Stigmatisierung führen jedoch dazu, dass nur ein Bruchteil der Betroffenen die bestehenden Unterstützungsangebote annimmt. Häusliche Gewalt als Ursache einer Reihe von Erkrankungen ist zwar wissenschaftlich erwiesen, jedoch sind sich die wenigsten Ärzte ihrer Schlüsselfunktion in der Diagnose und als Erstkontakt für Opfer bewusst. Marion Steffens unterstützt die relevanten Berufsgruppen im Gesundheitswesen dabei, Folgen häuslicher Gewalt zu erkennen und adäquat zu reagieren - auch wenn die Opfer nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Gewalterfahrung zu ihnen kommen. Ihr Netzwerk GESINE sensibilisiert durch bedarfsgerechte Weiterbildung und schafft gleichzeitig regionale Netzwerke von Organisationen zur Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt, an die Ärzte und andere Akteure im Gesundheitswesen betroffene Frauen überweisen können. Damit gelingt es ihr, nicht nur eine deutlich höhere Zahl von Opfern zu erreichen und Hilfe aus einer Hand anzubieten. Dank rigoroser Qualitätskontrolle beendet sie den häufig bestehenden Spießroutenlauf vieler Frauen und stellt sicher, dass Frauen bei allen Netzwerkmitgliedern sensibel und effizient Hilfe erhalten. Das GESINE Netzwerk befähigt über eine mehrstufige Train-the-Trainer-Ausbildung relevante Organisationen, ihre eigenen regionalen Netzwerke im Bereich der häuslichen Gewaltprävention aufzubauen. Gestartet im Ennepe-Ruhr-Kreis wird GESINE seit Kurzem als bundesweites Modellprojekt von der Bundesregierung gefördert und arbeitet derzeit mit weiteren Partnern an der Verbreitung in andere Regionen.

Zu der Webseite: www.gesine-net.info

Videoportrait von Marion Steffens